Nachrichten & Notizen: Stormarner Tageblatt aus Dornröschenschlaf erwacht * Großraumcontainer für “Kleine Nordlichter” * Was Kinder wollen * Parkplätze mit absolutem Halteverbot

Mann, das ist aber eine Überraschung! Das Stormarner Tageblatt schreibt: “Täglich deutlich mehr Züge” und erklärt dazu: “Wie S4 und Fehmarnbeltquerung den Bahnverkehr in Stormarn verändern”. Auf dieses drohende Unheil weise ich schon seit ein paar Jahren auf Szene Ahrensburg hin; und nun ist das Thema auch bei der Redaktion in der Kreisstadt Bad Oldesloe angekommen.

Und in Ahrensburg? In Ahrensburg wartet man auf die von den Stadtverordneten bejahte Dialogveranstaltung zum Thema “Gütertrasse durchs Tunneltal”, die von der Bürgerinitiative “Ahrensburg gegen Gütertrasse” gefordert wurde und bei der auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf dem Podium sitzen soll.

Anderes Thema: Das Gebäude der Kita “Kleine Nordlichter”  im Wulfsdorfer Weg, das der Evangelisch-Lutherischen Kirche gehört hat, wurde abgerissen, um Platz zu machen für einen Neubau. Auf den nachstehenden Fotos sehen Sie oben das alte Gebäude und darunter den Neubau, der dort gerade entsteht.

Auf den ersten Blick schaut das neue Gebäude mehr aus wie ein Großraumcontainer als wie eine Kita. Interessant ist der architektonische Entwurf aber auf jeden Fall. Und wenn innen alles praktisch ist und außen noch eine schöne Dekoration angebracht wird, dann ist bestimmt alles gut, was dort entsteht.

Meine drei Kinder sind “Kleine Nordlichter” gewesen, als man die Kita noch Kindergarten genannt hat. Und wenn man dort als Elternteil jahrelang hinspaziert ist, um die Kids hinzubringen und anschließend wieder abzuholen, dann bekommt man schon etwas Wehmut, wenn Vertrautes verschwindet. Aber wie hat es doch schon Altmeister Wilhelm Busch so treffend formuliert? Er schrieb: “Eins, zwei, drei im Sauseschritt / eilt die Zeit, wir eilen mit.” Und wer nicht mit der Zeit geht, der muss bekanntlich mit der Zeit gehen.

Der Citymanager hat die Stromkästen in der Innenstadt auf Kosten der Bürger mit allerhand Tierischem und Pflanzlichen besprühen lassen von einer Firma aus dem Rheinland. Dass es auch anders geht, zeigen Kinder, die solche Stromkästen gestaltet haben im Umkreis der Ahrensburger City – wenn Sie mal einen Blick auf zwei von vielen Sujets werfen wollen!

Ich weiß nicht, wer diese Aktion initiiert hat; ich weiß aber, dass es eine gute Sache ist, die hier entstanden ist. Und ich kann mir auch vorstellen, dass Unholde, die diese Einrichtungen immer wieder beschmieren, hier nachdenklich werden und die Finger von bösen Taten lassen werden.

Ein Symbol für das Schilda des Nordens ist nach wie vor die Hagener Allee. Hier hat die Stadt Schilder aufstellen lassen, denen zu entnehmen ist, dass an dieser Stelle absolutes Halteverbot herrscht. Und was machen die Autofahrer? Man kann dort hinkommen, wann man will: Die Autos halten dort nicht nur, sondern sie parken auch.

Warum die Schilder dort überhaupt angebracht wurden, entzieht sich den Augen des Betrachters. Gebaut wird dort jedenfalls nichts. Doch wenn ich mal schräge denken darf:

Diese Stellplätze wurden von der Stadt Ahrensburg vorsorglich abgebaut, und zwar vor dem 18. September 2022, wenn der Bürgerentscheid erfolgen soll. Und wenn die Bürger abstimmen, dass für jeden abgebauten Parkplatz ein neuer entstehen muss, dann erklärt die Stadt, dass dieser Bürgerwille natürlich nicht rückwirkend berücksichtigt werden kann. Denn sonst müsste man ja auch den Parkplatz Lindenhof ersetzen genauso wie die Stellplätze, auf denen die albernen Parklets parken, und Plätze, die kürzlich auf dem Rathausplatz beseitigt worden sind.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. Juni 2022

Ein Gedanke zu „Nachrichten & Notizen: Stormarner Tageblatt aus Dornröschenschlaf erwacht * Großraumcontainer für “Kleine Nordlichter” * Was Kinder wollen * Parkplätze mit absolutem Halteverbot

  1. H. J. Lange

    Lieber aufmerksamer Herr Dzubilla,

    zu Ihrem Thema: Das von der Evangelisch-Lutherischen Kirche geführte Alt- und Neu-Gebäude der “Kleinen Nordlichter”:

    Ihre Gegenüberstellung von vorher = Abrissgebäude und nachher = größerer Nachfolge-Neubau dokumentiert den Verlust von Glaubwürdigkeit “der Kirche”:

    Über das bis zum Abriss erst vor wenigen Jahrzehnten aufgewendete Geld
    für den Altbau wird nicht diskutiert, denn das Altgebäude war nach Meinung der Kirchenleitung nicht mehr zeitgemäß, war nicht effizient. Also Abriss. Amen.

    Das erinnert stark an die Abriss-Planungen der Kirchenleitung für die nur wenige Jahrzehnte jungen St. Johanneskirche. Sie sei nicht effizient. “Das Ding muss weg !”, so die damalige Erklärung einer der radikalsten Gläubigen. Die Kirche wurde feierlich entwidmet. Amen.
    Glücklicherweise hatte sich ein Förderverein zusammengefunden, der bis heute für den Erhalt der Kirche u.a. genügend Geld sammelt. Danke. Die Kirche wurde wieder feierlich gewidmet. Amen.

    Das war in Todendorf gaaanz anders: Niemand konnte den Abriss der ebenfalls nur wenige Jahrzehnte jungen Kirche-im-Dorf verhindern. Kein Förderverein und auch nicht “die Gesellschaft”. Dieses Gotteshaus war nicht mehr zeitgemäß, nicht effizient. Die Kirche müsse abgerissen werden. Die Kirche wurde feierlich entwidmet. Amen. Und anschließend abgerissen.
    Man war sich sicher, den Sinn-an-sich und die gesuchte Sicherheit nicht in einem Gotteshaus zu finden, sondern in dem effizienten Nachfolgebau, einem zeitgemäß-modernen Feuerwehrgerätehaus. Hurra.
    HJL

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