Was haben Makler/innen mit Babykost zu tun…?

Im Zeitalter des Internets gibt es viele Dating-Portale, wo Männchen ihre Weibchen suchen und Weibchen nach Männchen gucken. Und jede Sekunde verliebt sich wer mit Parship oder startet den Geschlechtsverkehr mit Hilfe von Tinder. Aber obwohl menschliche Kontakte online möglich sind, gibt in Ahrensburg und Umgebung immer noch Frauen und Männer, die ihre Partner/innen althergebracht suchen, indem sie Annoncen im Anzeigenblatt MARKT aufgeben.

Aus dem MARKT von diesem Wochenende habe ich mal sieben Inserate herausgepickt, mit denen 11 Personen eine Partnerschaft suchen. Frauen und Männer, die allesamt aus dem Immobilienbereich stammen. Also nix mit Sex unter freiem Himmel oder Verkehr im Hotel, sondern alles soll in den eigenen vier Wänden stattfinden. Und die Beratung ist kostenlos. 

Aber Ironie beiseite, denn in Wahrheit wollen die abgelichteten Personen nur Partner/innen finden, mit denen sie in einen Geschäftsverkehr kommen möchten, indem sie den An- oder Verkauf einer Immobilie vermitteln. Warum sie sich deshalb selber ins Bild ihrer Anzeige stellen, weiß ich nicht, versuche aber: Sie sind allesamt überzeugt von ihrem unwiderstehlichen Äußeren.

Das Stichwort für solcherart von Werbung lautet: „Human Touch“, was „menschliche Note“ bedeutet. Und das hat folgenden Zweck: Die Absender solcher Werbung wollen dem Leser suggerieren, dass es nicht ums harte Business geht, sondern um persönliche Beziehung und Beratung. Und deshalb versucht man, das kommerzielle Geschäft quasi in eine private Lebenswelt zu verlagern, um durch einen zwischenmenschlichen Aspekt das persönliche Vertrauen von Kunden zu gewinnen.

Und wenn der potentielle Kunde dann auf die Person trifft, die er bereits durch die Werbung kennengelernt hat, dann hat diese Person schon unterschwellig für einen Vertrauensbonus gesorgt.

Vergleichbar mit Herrn Hipp in der Werbung für Hipp-Babykost.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. April 2021

Ein Gedanke zu „Was haben Makler/innen mit Babykost zu tun…?

  1. Observator

    Eigentlich müsste es nicht MAKLER heißen, sondern MAKELER. Denn der Begriff stammt bekanntlich ab vom Wort MAKEL.

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