Szene Ahrensburg
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Hagener Allee: ein Trauerspiel (+2K)
Schon wieder steht ein Ladengebäude in der Hagener Allee leer: Das Früchtestübchen samt Saftladen ist ausgezogen, hat neu eröffnet in einem weniger attraktiven Geschäftslokal, das aber in der belebten Hamburger Straße liegt. Damit wird das traurige Bild in der Hagener Allee noch trauriger. Eine der vormals attraktiven Einkaufsstraßen unserer Stadt schaut aus wie die Hauptstraße einer Geisterstadt.
Woran liegt das? Die hohen Mieten, hörte ich. Und wenn ein Laden aufgibt, folgt der nächste, dann beginnt ein Domino-Effekt. Und wenn nicht wenigstens die Post als Zugadresse dort ansässig wäre, dann würden sich in der Hagener Allee vermutlich Fuchs und Hase schon am Morgen gute Nacht sagen.
Leere Läden – zumal in Häufung – sind die schlechteste Visitenkarte für eine Kleinstadt. Weil sie vielsagend sind für Kunden und mögliche Investoren und Neuansiedler. Darum sollte es vordringlichste Aufgabe von Verwaltung und Politik sein, hier Abhilfe zu schaffen. Das geht möglicherweise schon durch ein, zwei attraktive Läden, die ein großes Publikum anziehen wie z. B. H & M. Oder durch die Verlegung des Wochenmarktes in die Hagener. Und durch kritische Berichte über die Vermieter, die ihre Immobilien lieber leer stehen lassen, statt dass sie mit der Miete runtergehen. Warum sollte man diese Damen und Herren, die offenbar auf Geldsäcken sitzen, nicht mal öffentlich nennen, damit sie mit roten Köpfen durch die Stadt gehen sollen...?!
Meine Empfehlung: Statt sich den Kopf über eine Neugestaltung des Rathausplatzes zu zerbrechen, sollte die Verwaltung sich lieber mit der Hagener Allee beschäftigen! Denn das Grundübel ist hier die Tatenlosigkeit. Es gibt Firmen und es gibt Konzepte, die zeigen, wie man Ideen gegen die Leere entwickeln und umsetzen kann. Darum sollte sich der im Rathaus für das Stadtmarketing verantwortliche Mitarbeiter schleunigst mal kümmern – wenn er denn endlich eingestellt werden darf!
Leserkommentare
am 4. Januar 2011 per E-Mail:
Sehr geehrter Herr Dzubilla,
auf diese Entwicklung haben wir schon vor Jahren hingewiesen. Anbei ein Artikel für den Markt im Jahre 2007. Eine Verschiebung des Mittelpunktes in Richtung Einkaufszentrum war einer der Gründe, warum wir gegen dieses Zentrum waren.
Wir haben keinen generellen "Dagegen" Standpunkt, sondern betrachten Entwicklungen immer nachhaltig.
Eine Ansiedlung an der Autobahnabfahrt, die Sie ja in Ihrem Blog begrüßen, könnte auch eine derartige Entwicklung auslösen.
Ich mache mir da weniger Sorgen um das Teppichgeschäft, als um andere Ansiedlungen, wie zum Beispiel einen Elektromarkt. Wenn dann der Elektromarkt bei Nessler oder andere Elektrofachgeschäfte in der Innenstadt schließen müssten, wäre wieder der Ruf nach Politik oder Verwaltung gewiss und laut, gerade auch von Ihnen.
Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen, Eckpfeiler setzen und wenn ich mir andere, verödete Innenstädte anschaue, scheint es mir in Ahrensburg bisher recht gut gelungen.
Mit besten Grüßen,
Jörg Hansen
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Harald Dzubilla antwortet: Die Kunden von Kibek gehen keinem Ahrensburger Händler verloren. Dass Nessler der attraktivste Laden das attraktivste Einkaufszentrum in Ahrensburg ist, das aber auch mal einen Wettbewerber benötigt, steht wohl außer Frage. Und: Hat Famila alle Lebensmittel-Händler, Drogieriemärkte, Textilhändler und andere Läden aus der Innenstadt vertrieben? Oder die Baumärkte im Industriegebiet die Elektrofachgeschäfte? Ein großer Elektronik- (nicht: Elektro-) Markt würde Kunden aus dem Umland anziehen, die ein entsprechendes Angebot weder an ihrem Wohnort noch in Ahrensburg finden und dann nach Poppenbüttel fahren oder in die Innenstadt bzw. ins Internet ausweichen. Und wenn die Ahrensburger mit Nessler zufrieden sind, werden sie dort auch weiter einkaufen.
Lieber Herr Hansen, was ich gar nicht mag, das sind Hinweise wie: Andere Innenstädte sind noch verödeter!
Was hat das mit Ahrensburg zu tun? Auch in anderen Ländern gibt es mehr Armut als in Deutschland, sollten wir die Armut in Deutschland deshalb nicht so wichtig nehmen? Außerdem: Wo steht geschrieben, dass Politiker nur „Rahmenbedingungen“ schaffen dürfen und es ihnen nicht erlaubt ist, Ideen zu liefern, Diskussionen zu veranstalten und Gespräche zu führen? Dieses ist sogar jedem gewöhnlichen Bürger erlaubt wie zum Beispiel mir.
Am 4. Januar 2012 per E-Mail:
Richtig, Herr Dzubilla, wir wollen doch besser sein oder werden als andere Städte. Deswegen sollten wir nach dem Licht und nicht nach dem
Schatten sehen. Denn nur Licht und Sonne lassen wachsen.
Viele Grüße
Uwe John
Dienstag, 3. Januar 2012