Wie häufig habe ich die Ahrensburger Verwaltung und speziell den Leiter derselben kritisiert. Aber wenn es Lob auszusprechen gibt, dann bin ich keineswegs abgeneigt, dieses zu spenden. So zum Beispiel für eine tolle Idee des Ordnungsamtes, die ich Ihnen heute in Wort und Bild vorstelle.
Vorab: Ungezählte Male habe ich darauf hingewiesen, dass der ehemalige Notausgang aus der Luserke-Garage unter dem Rathausplatz ein Drecknest ohnegleichen ist. Dort lagert auf der Treppe regelmäßig der Unrat vieler Tage ab, bevor mal jemand auf die Idee kommt, die Stufen zu reinigen. Was ja Aufgabe der Firma Luserke ist, die in Hamburg residiert.
Doch nun hat die Stadt endlich reagiert. Da der Vertrag für das vollautomatische Decaux-Toilettenhaus vor dem Rathaus gekündigt wurde, weil die Kosten für die Stadt höher waren als für den Bau eines Zweifamilienhauses mit diversen Toiletten, musste man nun einen preiswerten Ersatz schaffen. Und so kamen der städtische Mitarbeiter A. P. Rils und sein Kollege C. Herz auf die Idee, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, was meint: Direkt vor der Drecktreppe wurde soeben ein schickes Pissoir aufgestellt, das die Stadt nicht gemietet, sondern gekauft hat – siehe die Abbildung!
Und der Clou: Die Abwässer aus dem neuen Ahrensburger Pissoir fließen direkt die Treppenstufen hinab in die Tiefgarage der Firma Luserke, wo alles ungestört auslaufen kann. Das ist möglich, weil dort keine Autos parken und ohnehin alles verschmutzt ist, sodass es auf ein bisschen Pipi mehr oder weniger gar nicht mehr ankommt..
Lobenswert ist auch, dass die Benutzung des Ahrensburger Pissoirs gebührenfrei ist im Gegensatz zu den umgebenden Parkplätzen. Zu tadeln dagegen ist: Frauen werden ein Problem haben, ihre Notdurft dort zu verrichten. Aber bevor die Gleichstellungsbeauftragte das höchstselbst testet, erlaube ich mir die sachdienlichen Hinweis: Die Damen können nach wie vor in die Toilette im Rathausparterre gehen, wo die Benutzung ebenfalls gebührenfrei ist.
Die offizielle Eröffnung vom Ahrensburger Pissoir findet heute um 12 Uhr in Anwesenheit aller Stadtverordneten statt. Auch Abgesandte unserer vier Partnerstädte haben sich angemeldet. Bürgermeister Michael Sarach wird eine kleine Ansprache halten und anschließend gemeinsam mit Bürgervorsteher Roland Wilde ein kleines Geschäft erledigen. Wozu ich die rasende Reporterin Lilliveeh darauf hinweise, dass das Fotografieren innerhalb des Pissoirs untersagt ist, sodass nicht anschließend wieder ungezählte Fotos auf ahrensburg24 (Partner: Stadtwerke Ahrensburg) erscheinen. (Selfies dagegen sind gestattet, sodass der Bürgermeister die Möglichkeit hat, seine Fotos durch die städtische Pressesprecherin an die Medien zur Veröffentlichung zu geben.)
Wie schön, dass es wieder einmal ein paar neue Fotos unseres “gut gemacht ” Bürgermeisters in der Presse geben wird – diesesmal aus ganz neuer Perspektive. Dann erfahren wir endich , was er in Ahrensburg gut gemacht hat.
Britta
Hallo Herr Dzubilla,
Sie haben vergessen zu erwähnen, dass die Verwaltung mehrere externe Gutachten zur Benutzung des neuen Pissoirs in Auftrag gegeben hat. Anscheinend empfehlen die Gutachter einstimmig die Einrichtung der Anlage. Sie empfehlen zudem einen Antrag auf Förderung durch das Städtebauförderungsprogramm des Landes Schleswig-Holstein.
Rüdiger
Egal, wie toll das auch sein mag – ich bin sicher, dass Bürgermeister Sarach am Ende auch hier den Kürzeren ziehen wird.
Na, endlich mal eine gute Nachricht aus dem Rathaus. :–)
Eigentlich keine grundlegend neue Idee, denn bei Stadtfesten wurde schon immer am Fuße der Treppe uriniert. Aber ich werde trotzdem gleich zur Eröffnung rüberfliegen.
Warum kommt der Ministerpräsident nicht ? Der ist doch sonst überall dabei!
Fritz
Ich hab’ gehört, der Reißverschluss seiner Hose klemmt mal wieder.
Ich habe schon immer gefragt..
Den Damen empfehle ich weite Röcke und den nächsten Gully!
Gruß
Jürgen Plage
Typische Männer-Idee! Aber immerhin: Uschi Pepper kann bestimmt auch im Stehen pinkeln!
Der Bm übernimmt die Schirmherrschaft und erteilt in der ersten Woche sachdienliche Hinweise für ordnungsgemässe Nutzung. Da mit verstärktem Andrang gerechnet wird, gibt es im Ordnungsamt Platzkarten
Ihr da oben,
an mich hat kein Schwein gedacht, denn hier unten kommt mal wieder richtig gut gemachte Stinke an.
Aber Hauptsache, ihr seid euern Mist los.
Armer Maulwurf, noch mehr Gestank. Wo doch schon die ganze Scheiße aus dem Rathaus zum Himmel stinkt! Und das bei Deiner feinen Nase!